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Auszug aus "Montags muss ich immer kotzen - Erste Hilfe gegen Arbeitsübelkeit"

Auszug aus "Montags muss ich immer kotzen - Erste Hilfe gegen Arbeitsübelkeit"

Wer auf den verschiedenen Social Media Plattformen im Internet unterwegs ist, der weiß es längst: Montag ist ein Scheißtag! Egal wie viele Trainer, Lebenskünstler, Speaker und Arbeitsliebhaber vehement dagegen anpusten: Die Posts, die uns erklären, warum Montag der schlimmste Tag der Woche ist, bekommen die meisten Likes. Und als wäre das noch nicht genug, selbst die krankhaft gut gelaunten Morgenshow-Moderatoren flöten es spätestens ab 5:00 Uhr aus Radio und TV in den Orbit „Es ist Montag! Zeit, sich schlecht zu fühlen!“ Und wer sich morgens an der roten Ampel oder in der U-Bahn mal nach rechts und links umdreht, der weiß, dass mit der These „Beruf kommt von Berufung“ irgendetwas nicht stimmen kann. Es sei, denn gefühlt 90 Prozent der Erwerbstätigen haben den falschen Beruf … 

Nachahmen ist eine Form des Lernens. Nicht mehr und nicht weniger.

Und während wir vielleicht noch zweifeln, bekommen wir von Facebook, Instagram und über Googleadwords gezeigt, dass es nur an uns liegt, dass wir mit unserem Beruf nicht zufrieden sind. Zufriedene, glückliche und vor allem erfolgreiche Menschen erzählen uns, dass es praktisch nur an uns liegt, wenn wir mit unserem Job nicht herzzerreißend glücklich sind. 

Da ist was dran. Jeder ist schließlich seines Glückes Schmied. Und natürlich kann jeder Mensch seinen Job von heute auf morgen hinschmeißen und in einer Hippiekommune Makramee klöppeln. Wenn das alles nur so einfach wäre… Es gibt nämlich nicht an jeder Ecke Hippiekommunen, die lukrativ Makramee klöppeln.

Wer eine einfache Lösung à la „Finde eine Arbeit, die Du liebst, und Du musst nicht einen Tag mehr arbeiten“ sucht, der wird schnell feststellen, dass es eben nicht so einfach ist. Schon das mit der Liebe ist ja so eine Sache. Mancher findet sie vielleicht gar nicht und wenn sie dann gefunden ist, währt die dann ewig?

Wer seinen Job liebt hat es geschafft, oder nicht?

Natürlich soll Arbeit erfüllend sein, keine Frage. Aber wie sinnvoll ist es, tatsächlich den schillernden Werbeillusionen der Beraterindustrie zu folgen und zu hoffen, dass es die eine Tätigkeit gibt, die uns nicht nur glücklich macht, sondern auch noch reich und berühmt… 

Gern werden Beispiele von unglaublich erfolgreichen Persönlichkeiten bemüht, die am Anfang möglichst auch noch mal so richtig fulminant gescheitert sind. Nur um zu zeigen: „Siehst Du, lieber Durchschnittsbrötchenverdiener, es geht eben doch“. Aber machen wir uns nichts vor: Auch das ist Werbung. Genauso wie eine schillernde Kampagne in der George Clooney Espresso trinkt oder Claudia Schiffer uns erzählt, dass sie ihre Schönheit ausschließlich dem Wassertrinken verdankt. Der Unterschied zu diesen Kampagnen? Dort haben wir die Werbung bereits mehr oder weniger entlarvt. Bei Aussagen über den Sinn und Unsinn unserer Arbeit fällt uns das wesentlich schwerer.

Das bedeutet nicht, dass wir in unserer Arbeit keinen Sinn und keine Befriedigung finden. Mitnichten! Es bedeutet lediglich, dass wir wieder lernen müssen, Werbeaussagen und schillernde Traumbilder von der Realität und dem tatsächlich Machbaren zu unterscheiden. Denn natürlich kann unsere Arbeit uns eine Menge geben, aber nur, wenn wir sie nicht komplett mit Erwartungen überfrachten und aus ihr etwas machen, was sie nicht ist. 

 

Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.

Aber was ist Arbeit denn tatsächlich? Und ist sie überhaupt noch zeitgemäß? In einer Gesellschaft, in der jegliches Wissen nur einen Mausklick entfernt ist, wird es nicht einfacher diese Frage zu beantworten. Im Gegenteil: es wird schwerer. Denn auch das einen Mausklick entfernte Wissen stürzt ungefiltert auf uns ein. Was ist echt und was nicht? Was ist Wirklichkeit und was nicht? Was ist Wissenschaft und was ist Philosophie? Was ist von Konzernen lanciert? Und was dient tatsächlich dem Wohl des Einzelnen? Woran können wir glauben? Wonach sollen wir streben? Und wollen wir das überhaupt? Ist das Glück des Einen auch gleichzeitig das Glück des Anderen?

In den Industrienationen sind wir inzwischen auf dem Weg von einer Wissens- in eine Sinnsucher-Gesellschaft. Zum einen, weil Wissen eben unbegrenzt verfügbar ist und wir es uns einfach gesagt auch leisten können. Das ist weder gut noch schlecht es ist eben wie es ist: Sinnsuche ist ein Luxusphänomen. Die wenigsten Menschen, die sich Gedanken um die nächste Mahlzeit machen müssen, kommen in die Verlegenheit auf Sinnsuche zu gehen. Wer aber satt ist und eine sichere Behausung hat, der hat geistige Kapazitäten frei. Und damit kann die Suche starten. Und natürlich suchen wir nichts, was im Überfluss vorhanden ist oder sich sofort offenbart. Wir suchen das Seltene. Wir wollen das, was nicht jeder hat. Aber was passiert, wenn jeder es will und alle danach suchen? Ist es dann immer noch erstrebenswert? Und was wird dann aus den Heilsverkündern der Sinnsucher-Industrie? 

Auch sinnvolle Arbeit macht Arbeit ...

Mittlerweile ist auch unsere Arbeitswelt von der Sinnsuche durchdrungen. Wer Sinn in seiner Arbeit findet ist glücklich. Oder nicht? Dabei ist dieses Phänomen gar nicht so neu. Seine Spuren reichen zumindest einmal zurück bis zu Martin Luthers erster Bibelübersetzung aus dem Lateinischen. Wahrscheinlich sogar noch weiter. Aber dazu später.

Heute steht die Sinnsuche auch unter dem Stern der Leistungsoptimierung. Klar, wer einen Sinn in seinem Tun sieht, der ist selbstverständlich wesentlich motivierter. Und damit entdecken immer mehr Unternehmen den Trend für sich. Wer Leistung will, muss Sinn bieten. Das ist gar nicht so zynisch gemeint, wie es im ersten Moment klingt. Denn wer will heute schon ohne Sinn und Verstand arbeiten? 

Von Außen betrachtet nimmt die Suche nach der Berufsberufung bisweilen groteske Züge an. Es wird geatmet, sich verbogen und meditiert, um Ruhe vor den eigenen Zweifeln zu haben und um danach das neueste Motivationsmanifest durchzuarbeiten. Immer mit dem Ziel, den Sinn des eigenen Schaffens zu entdecken. Wer nur endlich sein „Warum“ klären kann, der kann den richtigen Beruf finden und dem ist ewiges Glück beschieden. Und im besten Falle natürlich auch noch Geld, Ruhm und Prestige. Pragmatisches Zweifeln wäre vielleicht angebrachter. Zweifel an den Versprechungen der Sinnsucher-Industrie.

Der Rabe, der den Kormoran nachahmt, muss eine Menge Wasser schlucken.

Jim Carrey soll einmal gesagt haben, dass er sich wünsche, dass jeder reich und berühmt werden könnte, damit jeder sehen könnte, dass es das eben nicht ist. Ironisch, wie ausgerechnet dieser Jim Carrey auf der anderen Seite als leuchtendes Vorbild gilt: „Wenn Du tust, was Du liebst…“ und so weiter …

Aber das ist es doch, oder? Jim Carrey liebt seinen Job und ist deshalb so erfolgreich und doch wohl glücklich. Oder nicht?

Wie so oft im Leben ist an beiden Seiten etwas dran. Natürlich ist es erfüllend, einer Berufung zu folgen. Es kann allerdings auch genauso erfüllend sein, einem Job nachzugehen und nach Feierabend seinem Herzen Raum zu geben. Das Eine ist nicht besser als das Andere. Aber wir lassen uns weismachen, es wäre so. Beides hat seine Berechtigung und ist, solange wir nicht mit unserer Wahl hadern, erfüllend.

Mir persönlich gefällt eine Mischung aus beidem am besten! Warum  nicht nach den Sternen greifen? Ein sinnvoller Job und ein erfüllender Feierabend - das ist die Mischung, aus der meine Träume sind. Allerdings ist mir dabei eines völlig klar: Auch der tollste, sinnvollste Job hat Schattenseiten. Genauso wie die Freizeit. Die Kunst ist es, die Sonnenseiten wertzuschätzen und der dunklen Seite der Macht nicht zu viel Raum zu bieten.

 

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