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Feedback: Wer sich wiederholt, wird nicht gehört

Feedback: Wer sich wiederholt, wird nicht gehört

Vor ein paar Tagen bekam ich von einem geschätzten Kollegen die Frage, ob ich an seinem Feedback interessiert wäre. Und natürlich antwortete ich mit „Klar!“. Tatsächlich habe ich, wie vermutlich jeder Mensch, so meine Schwierigkeiten mit Feedback bzw. Kritik. Kein Wunder, werden wir dabei in unserem Tun doch immer in Frage gestellt. Aber was soll’s. Ich bin schließlich Trainer und Coach. Also muss ich da auch durch. Außerdem schätze ich kritische Rückmeldungen, nach dem ersten beleidigt sein. Da ich ja doch recht häufig in meinem eigenen Saft koche und sich so die Möglichkeit ergibt, mal eine Sicht von außen zu erhalten.

Repetition is the conversational equivalent of marching in place. It's not interesting and it doesn't move anything forward

Grundsätzlich ist es für den der kritisiert wird immer schwierig. Das ist nur menschlich und verständlich. Niemand wird gern in Frage gestellt. Ich auch nicht. Und auch, wenn wir wissen, dass in jeder Kritik ein Ansatz zur Verbesserung steckt, fühlt sie sich dadurch noch lange nicht besser an. Vor allem, wenn der Feebackgeber/Kritiker immer wieder auf seinem Kritikpunkt rumreitet. War mir übrigens auch häufig passiert, wenn ich Feedback gebe. Es fällt mir unglaublich schwer meinen Punkt nur einmal klar zu formulieren und dann offen für das weitere Gespräch zu sein. So war es übrigens auch mit dem Kollegen, der mir vor kurzem eine Rückmeldung gegeben hat. Trotz mehrfacher Nachfrage, was er denn lieber hätte, hat er erst einmal mehrfach seine Kritik wiederholt. Sehr schwierig für denjenigen auf der anderen Seite. Ich muss zugeben: Ich war nach der zweiten Nachfrage echt sauer.

Kritik löst im ersten Moment immer negative Gefühle aus

Aber, wie in jeder Kritik steckte darin natürlich etwas Gutes. Mir ist nämlich zum ersten Mal der Mechanismus so richtig bewusst geworden. Eine Kritik – und nichts anderes ist ein Feedback – löst zunächst immer ein negatives Gefühl beim Kritisierten aus. Auch wenn der Kritiker bei sich bleibt. Das heißt aus der Ich-Perspektive spricht z.B. „Mir ist aufgefallen, dass …“ „Ich bin der Meinung, dass …“ Das hat mein Kollege super gemacht und trotzdem war ich nach seiner ersten Wiederholung echt angefasst. 

Wiederholungen machen Kritik nicht verständlicher. Sie machen Dich nerviger.

Celeste Headlee beschreibt diese Kommunikationsgewohnheit, die übrigens fast alle Menschen haben, in ihrem Buch „We need to talk“ im Kapitel „No Repeats“. Sie beschreibt dabei, wie sie einmal eine ihrer Redakteurinnen für eine schlechte Telefonschaltung während eines Interviews kritisierte. Obwohl die Redakteurin ihr bestätigte, dass die Leitung wie immer zwei Mal geprüft wurde und ihr sagte, dass während der Schaltung an der Leitung gearbeitet wurde und sie fragte, wie beim nächsten Mal vorgegangen werden sollte, wiederholte Celeste ihre Kritik bis zu vier Mal, ohne einen Vorschlag für das nächste Mal zu machen. Das Ergebnis war, dass die Redakteurin ein paar Wochen später Celeste als unfair und überkritisch bezeichnete. Danach begann sie sich Notizen zu machen, wie oft sie negatives Feedback wiederholte. Und es war fürchterlich häufig. 

Wiederholungen sind bei Kritik extrem kontraproduktiv

Wiederholungen sind ein starkes rhetorisches Mittel. Im Positiven, wie im Negativen. Mir ist es früher, und manchmal noch heute, häufiger passiert, dass ich in einer Auseinandersetzung mit meinem Mann sein, aus meiner Sicht, falsches Verhalten immer wieder wiederholt habe. Dabei hatte er schon längst zugegeben, dass ich ich Recht hatte. Irgendwann hat er mich dann gefragt, ob ich ihn für dämlich halte. Er hätte durchaus begriffen, was ich ihm sagen wollte. Ich bräuchte es nicht ständig zu wiederholen … Sehr schwierig, wenn ich erstmal in Fahrt bin. Aber: Recht hat er!

Wiederholungen in Kritikgesprächen führen nur dazu, dass Dein Gegenüber richtig sauer wird. Ein Gespräch ist immer ein Aufbau, keine Wiederholung. Höre Deinem Gegenüber also genau zu und Antworte auf das was kommt. Wiederholungen führen zu gar nichts im Kritikgespräch. Sie erhalten lediglich den Status Quo.

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