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Permanente Erreichbarkeit – Ich empfange, also bin ich

Permanente Erreichbarkeit - Ich empfange, also bin ich ...

Klar, wie wir unsere Zeit verbringen möchten, wissen wir eigentlich. Aber häufig haben wir es ja nicht selbst in der Hand, oder? Schließlich müssen wir ständig erreichbar sein ... Aber ist es nicht auch schön, dass wir gebraucht werden? Und noch toller ist es, dass ohne uns die Welt untergeht! Ohne mich geht gar nichts, und vor allem nicht in meinem Unternehmen … Deshalb muss ich auch immer auf Sendung sein. Allzeit bereit und immer erreichbar … Kommt Dir das bekannt vor? Vielleicht von Deiner Führungskraft, von Kollegen oder von Dir selbst … Also jetzt hört’s aber auf! Also, ob ich mir das immer selbst aussuchen würde! Ich hab auch keine Lust, ständig erreichbar zu sein, aber mein Chef … aber meine Kunden … aber … aber … aber …

 

Mir ist schon klar, dass diese Formulierungen recht provokant gewählt sind, allerdings steckt ein Funken Wahrheit dahinter. Und jetzt kommt die gute Nachricht: Es steckt gar nicht so viel Zwang von außen dahinter, wie wir landläufig meinen, es hat vielmehr etwas mit der grundsätzlichen Funktionsweise unseres Gehirns zu tun …

Abraham Maslow veröffentlichte bereits 1943 in „A Theory of Human Motivation“ das erste Modell seiner bekannten Maslow‘schen Bedürfnispyramide. Auch ohne die Möglichkeiten der heutigen Hirnforschung war ihm klar, dass Zugehörigkeit eine große Triebfeder menschlichen Tuns ist. Und so sortierte er in seiner hierarchischen Anordnung der menschlichen Bedürfnisse die „sozialen Bedürfnisse“ (zu denen auch Zugehörigkeit zählt) an dritter Stelle ein, gleich nach den Grund- und den Sicherheitsbedürfnissen.

Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis

Wie richtig Maslow mit dieser Einsortierung lag, konnte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Jahr 2005 endlich erklären. Ein paar Jahre zuvor entdeckten Pharmaforscher die Auswirkung von Verbundenheit bei Affen. Saß ein Affe in einem Käfig, um den ein knurrender Hund lief, hatte der Affe nachweislich sehr viel Stress. So weit so logisch. Setzten die Forscher einen zweiten Affen in den Käfig, der vorher ein Beruhigungsmittel bekommen hatte, war dieser zweite Affe wie erwartet trotz des Hundes entspannt. Was die Forscher jedoch überraschte, war, dass sich nun auch der erste Affe – der ohne Beruhigungsmittel – messbar entspannte … Aus Neugier wiederholten die Forscher das Experiment am nächsten Tag und setzten beide Affen gleichzeitig in den Käfig und verabreichten ihnen diesmal keine Beruhigungsmittel. Das Erstaunliche: Beide Affen blieben ruhig. 2005 fanden dann die Forscher heraus, was im Gehirn der Affen vor sich ging. Der Hypothalamus hatte in diesem Moment Oxytocin ausgeschüttet. Das gleiche Hormon, das auch die Gehirne von Müttern gleich nach der Geburt flutet. Es sorgt dafür, dass Frauen ihre Kinder behüten und beschützen. Außerdem wirkt es beruhigend auf die Amygdala, die Gefahrenmeldeanlage unseres Gehirns.

 

Was hat das mit dem Drang zu tun, unentbehrlich zu sein? Ein kleiner Hinweis: Unser Arbeitsplatz ist sehr großer Teil unseres sozialen Gefüges, dem wir uns zugehörig fühlen … Kurzum: Unser Arbeitsplatz erfüllt unsere Grundbedürfnisse. Zum einen das nach Sicherheit und zum anderen eben in sehr hohem Maße das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Einer der Gründe, warum unser Hirn stets bemüht ist, diese Zugehörigkeit immer wieder zu bestätigen, denn Verlust von Zugehörigkeit macht unglücklich. Und was eignet sich da besser, um Verbundenheit immer wieder zu erneuern, als die modernen Kommunikationsmittel und die damit verbundene permanente Erreichbarkeit?

Übrigens macht Verbundenheitsverlust nicht nur unglücklich, sondern auch doof. 2002 gelang Roy Baumeister, Professor für Sozialpsychologie an der Florida State University, der Nachweis, dass Menschen bereits bei der Vorstellung von Verbundenheitsverlust große Teile ihres Denkvermögens einbüßen. Das liegt daran, dass unser Gehirn, wenn es den Verlust von Zugehörigkeit wahrnimmt, die gleichen neuronalen Netze aktiviert, wie bei körperlichem Schmerz. In Baumeisters Experimenten verschlechterte sich die Denkleistung der Versuchsteilnehmer, wenn sie Verbundenheitsverlustängsten ausgesetzt waren, um bis zu 27 %. Der Umkehrschluss legt nahe, dass unser Gehirn alles daransetzt, dazuzugehören.

 

Nur wer erreichbar ist, gehört auch dazu ...

Und genau in diesem Moment wird ein Schuh draus! Unser Gehirn will dazugehören. Deshalb muss ich auch immer auf Sendung sein. Allzeit bereit und immer erreichbar … Dass das auf Dauer nicht gesund ist, ist unserem Gehirn im ersten Moment tatsächlich egal, denn das Abdecken der Grundbedürfnisse geschieht nicht bewusst im präfrontalen Kortex oder wie der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann es in seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ nennt, in System zwei. Die Grundbedürfnisse werden in unserem Denksystem eins – sozusagen auf Autopilot – abgearbeitet … Und da ist die vorausschauende Vernunft leider nicht zu Hause. Ähnlich wie bei einer netten Party trinken wir etwas zu viel. Irgendwie wissen wir zwar, dass wir am nächsten Tag sehr wahrscheinlich die Quittung kriegen, aber es ist doch gerade so nett … Wie gesagt: In System eins – das auch auf der Party aktiv ist – ist die vorausschauende Vernunft eben nicht zu Hause … Und so verhält es sich auch mit unserer ständigen Erreichbarkeit: Unser Gehirn steht da so richtig drauf. Jede SMS, jede E-Mail und jedes kleine Blinken und Piepen signalisiert uns, dass wir gebraucht werden und das sich die Welt nicht ohne uns dreht. Aber das ist in der Regel nicht so (Bereitschaftsdienste sind hier ausdrücklich ausgeschlossen!). 

Ich höre gerade förmlich den Aufschrei vieler Gehirne, die sich nicht ihrer liebgewonnenen Wichtigkeit berauben lassen wollen. Entspannt euch, müsst ihr auch nicht. Ihr müsst es nur, wenn es euch stresst und ihr nicht mehr abschalten könnt. Denn das ist für eure Leistungsfähigkeit kontraproduktiv! In meinen Seminaren stöhnen dann die meisten Führungskräfte und erzählen mir, dass das ja nicht so einfach ist, einfach mal nicht auf Sendung zu sein. Aber da hat System eins wieder die Oberhand. Denn es ist einfach. Du musst es nur tun und es gehört ein klein wenig Organisation dazu.

 

Hilfe zur Selbsthilfe: So geht's!

So geht’s: Mache es den Leuten leichter, Wichtiges von Unwichtigen zu unterscheiden. Häh? Genau, die meisten Menschen um Dich herum denken nicht darüber nach, ob etwas wirklich wichtig ist oder nicht. Es fühlt sich wichtig an, also blasen sie es in den digitalen Orbit. Getreu dem Motto: Melden macht frei … Denn wenn es erst mal rausgeblasen ist, ist damit auch die Verantwortung nicht mehr bei ihnen. Wenn diese Leute nun eine automatische Antwort bekommen in der steht:

„Lieber E-Mail-Absender, grundsätzlich werden E-Mails von mir nur in der Zeit von 14:00 bis 15:00 Uhr nach der Reihenfolge ihres Eingangs gelesen und bearbeitet, da ich andernfalls meine eigentlichen Aufgaben nicht erledigen kann. Sollten mehr E-Mails vorliegen, als ich in dieser Zeit bearbeiten kann, rutschen die nicht gelesenen und nicht bearbeiteten E-Mails automatisch in die morgige Lese- und Bearbeitungszeit. Prioritätsmarkierungen wie beispielsweise „hoch“ werden nicht berücksichtigt. Sollten Sie jedoch ein extrem wichtiges Anliegen haben, so erreichen Sie mich telefonisch unter …. Mit freundlichen Grüßen …“

 

Damit ist die Hürde für den Absender schon einmal ein Stück höher gelegt und es wird unbequemer für ihn, die Verantwortung mal eben abzuschieben. Ist es wirklich wichtig, wird er anrufen. Wenn nicht, dann wirst Du schon mal nicht aus Deiner Arbeit gerissen. Das Ganze kannst Du noch weiter ausbauen, indem Du zusätzlich feste Telefonzeiten einplanst und folgenden Text auf Deine Festnetz-Mailbox sprichst:

„Lieber Anrufer, Sie erreichen mich telefonisch grundsätzlich zu folgenden Zeiten … Gern können Sie mir Ihr Anliegen auch per E-Mail schildern. E-Mails werden von mir täglich in der Zeit von 14:00 bis 15:00 Uhr nach der Reihenfolge ihres Eingangs gelesen und bearbeitet. Sollten Sie jedoch ein extrem wichtiges Anliegen haben, welches keinen Aufschub duldet, erreichen Sie mich unter meiner Mobilfunknummer unter … Mit freundlichen Grüßen …“

Und wieder machst Du es schwerer, Dich zu erreichen. Andererseits ist Dein Gegenüber wiederum gezwungen zu überlegen, wie wichtig das Ganze tatsächlich ist und ob das Thema nicht auch ohne Dich gelöst werden kann. Und wenn Du wirklich bereit bist, Deine Mitarbeiter eigenverantwortlich arbeiten zu lassen, dann sprichst Du, immer wenn Du in einem Meeting bist oder gerade nicht gestört werden willst, folgenden Text auf Deine Handy-Mailbox:

„Lieber Anrufer, zur Zeit bin ich in einem Meeting und kann ihren Anruf nicht entgegennehmen. Telefonisch erreichen Sie mich grundsätzlich zu folgenden Zeiten ….. oder Sie schicken mir eine kurze E-Mail. E-Mails werden von mir täglich in der Zeit von 14:00 bis 15:00 Uhr nach der Reihenfolge ihres Eingangs gelesen und bearbeitet. Sollten Sie jedoch ein extrem wichtiges Anliegen haben, welches keinen Aufschub duldet, erreichen Sie mich direkt im Besprechungsraum unter … Mit freundlichen Grüßen …“

 

 

In eine Besprechung reinplatzen tut eigentlich niemand gern. Diese Strategie funktioniert. Sie setzt allerdings voraus, dass Du es schaffst, die Oxytocinsucht Deines Gehirns in den Griff zu kriegen. Loslassen ist Devise und sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass ohne Dich nichts in Deinem Unternehmen geht. Dem ist nicht so. Das ist ein Trugschluss. Natürlich sollst Du Dich nicht ersetzen lassen, aber Deinen Mitarbeitern und Kollegen Verantwortung zu übertragen und dies auch selbst auszuhalten hilft ungemein.

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